*VBE-Vorsitzender Deckert: Erneute Ankündigungen im Landtag – 100 %-Versorgung nicht ausreichend –
Schulbudget falsch angelegt – Chance in der Lehrerbildung wird vertan*
Einen weiteren „Ankündigungsschritt“ nannte der hessische VBELandesvorsitzende Helmut Deckert die Regierungserklärung von Kultusministerin Dorothea Henzler: „Es stimmt zwar und es ist auch gut,
dass die Schulen im wesentlichen 100 % Versorgung haben. Es stimmt aber auch“, so Deckert weiter, „dass mit 100 % allein die Stundentafel z.B. hinsichtlich konfessionellem Religionsunterricht, Ersatz- bzw. Ethikunterricht und Förderunterricht nicht vollständig abzudecken ist.“ Deshalb dürften nicht ständig 105 % angekündigt werden, sondern es solle einmal ein wirklicher Schritt in diese Richtung erfolgen.
Skeptisch sieht der VBE auch das angekündigte sogenannte “Kleine Schulbudget“, das den Schulen ab Januar 2011 zur Verfügung stehen soll. „Die finanziellen Säulen sind extrem ungleich stark und belastbar“, gab Deckert zu bedenken. Den Löwenanteil machten die Lehr- und Lernmittel aus und die hätten Verfassungsrang. Hier könne nur schwer gespart werden. Fortbildung – und Computerbudget seien schon jetzt viel zu klein ausgelegt. Das gelte auch für die Mittel der Verlässlichen Schule. Hier müsse man ohnehin erst einmal sehen, wie sich die Kürzungen auswirkten. „Ein Budget wird nicht dadurch plötzlich ausreichend, dass man mehrere unzureichende Budgets zu einem zusammenlegt“, ironisierte der VBE-Landesvorsitzende.
Hinsichtlich der bildungspolitischen Gesetzvorhaben der Koalition zeigte sich Deckert verärgert. Das angekündigte Lehrerbildungsgesetz regele weder die Lehrerausbildung der 1. und 2. Phase „in einem Guss“, noch erhöhe es signifikant den Praxisanteil. Nach wie vor erführen angehende Lehrkräfte viel zu spät, ob sie für diesen Beruf wirklich geeignet seien. „Bei den Aussagen zu einer geplanten Änderung des hessischen Schulgesetze vermisse ich“, so der Deckert weiter, „eine eindeutige und belastbare Aussage zur anstehenden Inklusion. Ein solches Thema
erfordert rechtzeitig eine intensive und sachliche Diskussion im Vorfeld..“
(28.09.10)