VBE prangert "Tanz um Prozentzahlen" an

VBE prangert "Tanz um Prozentzahlen" an

VBE-Vorsitzender Deckert: Tanz um Prozentzahlen +++ Differenzierung und Förderung unzureichend +++ Parallelstrukturen im Gymnasium +++ Sorge um gemeinsamen Unterricht

Einen „Tanz um die Prozentzahlen“ nannte der VBE-Landesvorsitzende Helmut Deckert die heutige Ankündigung der Kultusministerin Henzler wonach die Schulen 99,8 % Lehrerzuweisung hätten. Er betonte, dass es nicht um 99 % oder 101 % gehe, sondern darum, was bei den Schulen ankomme. Immerhin sei auch schon bei vergleichbaren
Pressekonferenzen aller Vorjahre immer von 100 % Versorgung gesprochen worden. „Dies“, so Deckert, „war schon immer eine Chimäre und es ist gut, dass Frau Henzler sie nicht neu belebt hat“.

„Denn selbst mit einer 100 %-Versorgung nach Stundentafel kann eine Schule nicht alle Differenzierungen und Förderungen anbieten, die sie braucht“, sagte Deckert. „Allein die Gruppentrennungen im konfessionellen Religionsunterricht übersteigen die Zuweisung nach Stundentafel bei weitem.“

So uneingeschränkt positiv die 650 neuen Lehrerstellen seien, so müsse man doch der Genauigkeit wegen sagen, dass sie sozusagen für Pflichtaufgaben benötigt würden: Weitere Senkung der Klassengrößen in den Folgejahren, Parallelunterricht wegen gleichzeitigem G 8 und G 9— Unterricht und einen Ausbau des Ganztagsbetriebs. Gerade da verstehe der VBE unter Ganztagsschule aber nur eine Schule die auch ganztags Schule – also Unterricht – anbiete. Das sei bei weitem nicht der Fall.

Besorgt zeigte sich der VBE-Vorsitzende erneut über die Kürzung der Vertretungsmittel. „Wir wollen erst einmal sehen, wie die Schulen damit zurecht kommen“, meinte er. Insofern nutzten die Pressekonferenzen zu Beginn eines Schuljahres wenig. Bilanz könne man immer erst nach einigen Wochen ziehen. Dies werde der VBE auch tun – auch im Hinblick auf die Sorge, dass beim gemeinsamen Unterricht Quantität vor Qualität gehe.

(13.08.10)

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